Beim Ersteiner Zuckerfest sorgte auch die Endinger Stadtmusik für die musikalische Begleitung.
ENDINGEN/ERSTEIN (vi). Abertausende und in allen Farben leuchtende Dalienblühten, die von den Ersteiner Vereinen kreativ in die Motivwagen eingearbeitet wurden, ließen beim Ersteiner Zuckerfest am vergangenen den grauen Himmel und die vielen Mühen der Vorbereitung vergessen. Während des Umzugs sind nur wenige Regentropfen gefallen.
Die "Petite Alsacienne", wie das "Zuckerle" von vielen genannt wird, wurde wieder zu erstaunenswerten Formen auf zahlreichen Umzugswagen zusammengesetzt. Der große Korso am Sonntagnachmittag durch die Innenstadt war mit farbenprächtigen Wagen, Musik-, Folklore- und Trachtengruppen aus dem Elsass und aus Baden geschmückt. Die Stadtmusik Endingen sowie die Stadtkapelle Burkheim trugen mit schwungvoller Blasmusik zum Gelingen des Korsos bei.
Prominenteste Gäste waren Alyssa Wurtz, Miss Alsace 2014, und die Chrysanthemenkönigin aus Lahr, Valerie, die im offenen Cabriolet den Blumenkorso anführten. Das Zuckerfest 2014 stand unter dem Motto "Féte vos Jeux", was so viel wie Geselligkeit, Spaß und Spiel bedeutet. Spaß und Freude hatten auch die Tausende von Zuschauer, die den Umzugsweg säumten, an den farbenprächtigen Motivwagen, der Clownerien während des Korsos und an dem Musikspektakel.
Start des Korsos mit zehn Blumenwagen und elf Vereinen aus Deutschland und Frankreich war um 14.30 Uhr im Zentrum von Erstein. Der Blumenkorso machte dieses Mal nur eine Runde durch die Innenstadt, mit elf Haltestellen, wo die verschiedenen Musikkapellen aufspielten und die Clowns-, Tanz- und Folkloregruppen ihre Kunst zum Besten gaben. Das neue Verfahren sollte jedem Zuschauer ermöglichen, die Produktionen von allen Gruppen hautnah miterleben zu können. Auch bei den Akteuren hat die Idee Gefallen gefunden.
In diesem Jahr hatte der Basket-Ball-Club die Federführung übernommen und die Aufgabe, den Zuckerwagen zu errichten. Der Basket Club Erstein hat circa 230 Mitglieder, wovon 25 in 1500 Arbeitsstunden aktiv waren. Hauptorganisatorin Cathy Bohnert war am Ende sichtlich stolz: "Es war eine Freude zu sehen, mit welcher Freude und wie engagiert die Mitglieder die Sache angegangen sind", sagte sie. Für den Zuckerwagen wurden insgesamt 800 Kilogramm Würfelzucker und noch andere Formen von Zucker verarbeitet.
 Artikel von Roland Vitt aus der Badischen Zeitung vom 02. September 2014
Konzert des Blockflötenensembles in Müllers Scheune.
ENDINGEN (mw). "Flotte Flötentöne" – unter diesem Motto stand das rund einstündige Konzert des Blockflöten-Ensebles der Stadtmusik Endingen am vergangenen Donnerstag im Innenhof von Müllers Scheune am Marktplatz. Die jungen Musikerinnen und Musiker präsentierten gemeinsam mit ihren Ausbilderinnen ein unterhaltsames und vielseitiges Programm. Eröffnet wurde das Konzert mit Ayelevi, einem Traditional aus Ghana. Im weiteren Verlauf gab es unter anderem mehrere Stücke von Allan Rosenheck und Lance Eccles, außerdem den Russischen Tanz aus Tschaikowskis Ballett "Nussknacker" und eine Mazurka von Frédéric Chopin. Das Ensemble mit Claudia Burkhard, Luise Koch, Lisa Mießmer, Jasmin Müller, Antje Storz, Anna Trenkle und Pia Wendel wurde unterstützt von Jonathan Abele. Die Ausbilderinnen Elke Beyer-Johannböke, Gerlinde Burger, Elke Hoyer und Regina Müller erhielten Unterstützung von Helga Kölzner.
 Artikel von Martin Wendel aus der Badischen Zeitung vom 31. Juli 2014
"Obenair": Stadtmusik Endingen begeistert am Sonntag auf dem Katharinenberg.
ENDINGEN. Die Themen Berg, Wald und Jagd bereitete die Stadtmusik am Sonntag mit ihrem ersten "Obenair" auf dem Katharinenberg nicht nur musikalisch gekonnt auf, sondern machte sie spürbar für alle Sinne. Um dem Publikum diesen Genuss zu ermöglichen, ging man das Wagnis Wetter ein und nahm erhöhten Aufwand dafür in Kauf. Letztlich hat sich alle Mühe gelohnt, denn Akteure wie Zuhörer waren gleichermaßen begeistert von diesem besonderen Konzerterlebnis.
Noch im vorletzten Jahrhundert wurde die Jagd als gesellschaftliches Ereignis gefeiert. Auch in den von Dirigent Martin Baumgartner ausgewählten jagdlichen Kompositionen "Les Chasseresses" von Leo Delibes und "Le Rendez-vous de Chasse" von Gioacchino Rossini lag thematisch das aufwändige Spektakel der höfischen Jagd des 18. Jahrhunderts zugrunde. So hörte man Hörner und den hetzenden Galopp der Pferde. Die Musiker vermittelten eindrucksvoll das Gefühl der jagdlichen Passion und den archaischen Reiz früherer Gesellschaftsjagden.
Der Kampf am Berg Isel hat den österreichischen Komponisten Sepp Tanzer zur "Suite Tirol 1809" inspiriert. Durch das ambitionierte Spiel des Orchesters wurde das Hin und Her des Kampfgeschehens zwischen den Österreichern und dem napoleonischen Heer in all seiner Dramatik spürbar. "Glücklicherweise können wir die Auseinandersetzungen heute in sicherer Entfernung vom Endinger Hausberg aus beobachten", meinte dazu Moderator Manfred Müller, der die geschichtlichen Hintergründe geschickt und humorvoll mit denen von Endingen verwob. Seinen Part übernahm bei der Wiederholung des Konzertes am Nachmittag Thomas Wagner. Müller dankte auch Martin Kopp von der Volksbank Freiburg für die Unterstützung.
Nach diesen klassischen musikalischen Exkursionen lud die melodiöse Darbietung der Filmmusik zu "Robin Hood" zum Träumen und Fantasieren ein, bevor es wieder zurück ins 19. Jahrhundert ging. Der deutsche Komponist Wilhelm Popp hat im Titel "La Chasse" seine Liebe zu besonders wilden und virtuosen Flötenpassagen verewigt. Als Flötensolistin beeindruckte Anna Peschel. Das Publikum honorierte diese Leistung mit einem begeisterten Sonderapplaus.
Märchenhaft erklang die Opernmelodie des "Knusperwalzers" von Engelbert Humperdinck aus "Hänsel und Gretel". Den krönenden Abschluss bot die Stadtmusik mit dem Titel "Auf der Jagd" nach einer Komposition von Johann Strauß Junior. Die leidenschaftliche Polka gab das Tüpfelchen auf das "i" dieses anregenden Konzerts zwischen mächtigen Linden und ausladenden Kastanien.
Das Publikum war begeistert. Die meisten Zuhörer genossen mit dem besonderen Ambiente auch den Service der Bewirtung und ließen es sich bei der weiteren musikalischen Unterhaltung der "Katharinen-Kapelle" gut gehen.
Artikel von Christel Hülter-Hassler aus der Badischen Zeitung vom 09. Juli 2014
BZ-INTERVIEW: Jürgen Vogelbacher ist Jäger und Trompeter in der Endinger Stadtmusik – die tritt am Sonntag mitten im Wald auf.
ENDINGEN. Die Stadtmusik will hoch hinaus: Am Sonntag laden die Musiker um Dirigent Martin Baumgartner zum "Obenair" auf den Katharinenberg. Das Konzert im Wald dreht sich vor allem um die drei Themen Wald, Jagd und Berg. Patrik Müller sprach mit Jürgen Vogelbacher. Der Endinger ist nicht nur Trompeter in der Stadtmusik, sondern auch Jäger – die Katharinenkapelle auf dem Berg gehört zu seinem Revier.
BZ: Die Stadtmusik lädt zum Wald- Jagd-Berg-Konzert. Gab es bei den Proben Proteste von Veganern und Vegetariern?
Vogelbacher: Nein. Ich habe zumindest nichts davon gehört.
BZ: Sie sind nicht nur Jäger, Sie spielen auch in der Parforcehorngruppe Emmendingen. Wenn jetzt auch noch die Stadtmusik ins Jagdhorn bläst – reicht Ihnen das langsam nicht mal?
Vogelbacher: Überhaupt nicht. Ich freue mich über das Thema. Die Leute wissen zu wenig über Jagd und das, was alles dazugehört. Die meisten denken, da geht es nur ums Schießen – aber das sind vielleicht zehn Prozent. Dazu kommen aber noch Natur- und Tierschutz und ein Riesenhaufen Bürokratie.
BZ: Und ein bisschen Musik. Braucht man Jagdhörner eigentlich noch? Es gibt doch Handys und Funkgeräte.
Vogelbacher: Früher war das Horn tatsächlich die einzige Möglichkeit, etwas über größere Entfernungen mitzuteilen und Treibern oder Hundeführer Signale zu geben – das ist eine der ältesten Verständigungsarten. Heute wird das manchmal immer noch benutzt, schon deshalb, weil man nicht überall Handyempfang hat. Das Horn ist aber hauptsächlich Brauchtum. Für jedes Tier gibt es ein Hornsignal – so wird ihm nach der Jagd dann die letzte Ehre erwiesen.
BZ: Wieso ist den Jägern Brauchtum eigentlich so wichtig?
Vogelbacher: Es gibt keine Vereinigung, die eine so alte Tradition hat wie die Jägerschaft. Einige Bräuche haben sich über Jahrhunderte gehalten – so etwas will man dann einfach nicht fallen lassen. Das Jagdhorn gehört dazu. Die Mischung macht es, meiner Meinung nach: Man darf alte Traditionen gerne pflegen – soll aber auch bereit sein, moderne Dinge dazuzunehmen.
BZ: Bei der Parforcehorngruppe spielen Sie Horn, bei der Stadtmusik Trompete. Welches Instrument ist schwerer?
Vogelbacher: Das Parforcehorn hat seine Tücken. Es hat keine Ventile, man kann nur Naturtöne damit spielen – man muss jeden einzelnen Ton mit den Lippen formen. Das ist eine große Herausforderung. Es gibt Hornisten, die an der Musikhochschule studieren und sich immer wieder am Parforcehorn probieren, um ihre Lippenstellung zu verbessern.
BZ: Jagd ist nur ein Thema, Berg und Wald kommen ja auch noch dazu. Hätten Sie sich mehr Jagd gewünscht?
Vogelbacher: Das Programm ist eine ge gesunde Mischung, die verschiedene Zuhörerschichten anspricht. Die Idee war, auf unserem Hausberg bei der Katharinenkapelle mal ein Konzert im Freien zu inszenieren. Wir wollten weg von den üblichen Marktplatz-Konzerten. Dann haben wir uns gemeinsam Themen überlegt – und sind eben auf Wald, Jagd und Berg gekommen.
BZ: Sie spielen nicht nur auf dem Endinger Hausberg, sondern auch mitten in Ihrem Jagdrevier. Mit was für Tieren haben Sie es da eigentlich zu tun?
Vogelbacher: Rehwild, Schwarzwild, Füchse, Dachse. Das ist viel Arbeit. Die Wildschweine durchwühlen den Mutterboden im Rebberg, die Rehe beißen die Triebe ab – wir Jäger sind bei den Landwirten dann persönlich haftbar.
Jürgen Vogelbacher (45) ist Fachlehrer für Metalltechnik. Seit rund 30 Jahren spielt er Trompete, seit 18 Jahren ist er Jäger.
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